Chronologie - Die Zeitrechnung an Hand der Bibel

 

Das Wort " Chronologie"leitet sich vom griechischen cronologia ( Chronos "Zeit und lego "sagen" oder erzählen) her und bedeut Zeitrechnung. Durch die Chronologie lässt sich ein Ereignis in die richtige Reihenfolge bringen oder gar ein Datum eines Ergeinises errechnen.. Die Bibel lässt erkennen das die Juden über präzise Zeitrechnung durch die Vorhanden Schriften kannten. So das bestimmte Ereignisse genau bestimmen konnten. Folgende Bibel Verse sollen das auf zeigen:

 

In Jeremia 25:8-11 erfahren wir das Exil der Juden 70 Jahre andauern soll. Daniel ein Jude im Exil ging daran Nachforschungen zu betreiben wann die 70 Jahre vorbei wären. Daniel 9:2 " Ich selbst, Daniel bemerkte durch die Bücher die Zahl der Jahre, über die das Wort Jehovas an Jeremia, den Propheten ergangen war, um die Verwüstung Jerusalem zu erfüllen, nämlich siebzig Jahre."

 

Daniel hatte durch die Schriften auch den Ausgangspunkt ( den ein Ausgangspunkt wird benötigt um eine Berechnung an zu stellen) Nämlich das Jahr 607/606 die Zerstörung des Tempels und Jerusalem sowie die weg Führung der Exilanten nach Babylon (ausführlich gehe ich noch ein) Wenn von diesem Zeitpunkt an die 70 Jahre gerechnet werden kommt man in das Jahr 537 wo der Erlass von Cyrus war die Juden wider nach Jerusalem heim zu kehren.

 

Die Erscheinung des Mesias oder Christus ist ebenfals Chronlogisch in der Bibel aufgezeichnet. In Daniel 9:24-27 erfahren wir von Siebzig Wochen. Wann begingen die siebzig Wochen? Es heisst;: " vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wider auf zu bauen bis zu dem Messias dem Führer sieben Wochen...."

Die Aussage vom Ausgehen des Wortes Jerusalem wider auf zu bauen ( bezeichnet den Ausgangspunkt) von diesem Ausgangspunkt konnten die Juden jetzt genau berechnen wann im welchem  Jahr der Messias kommen sollte. Nach 62 Wochen würde der Messias abgeschnitten werden sprich sterben. Was haben die Juden im Jahr 29 n.u.Z ( nach Christus)exakt erwartet? ( Johannes 1:19-22, Lukas 3:15) die Juden so heisst es waren in Erwartung. Wie kommt es dazu? Aus den Schriften wussten die Juden der Messias musste jetzt kommen. Damit man also das bestimmte Ereignis errechnen kann mus das Jahr das für den wider auf Bau des Tempels und Jerusalem ist haben. Aus Nehemia 2:1,5-8 erfährt man den Erlass den Tempel wider auf zu bauen. somit das Jahr 455 zu geordnet werden kann. Die 70 Wochen sind auch als 70 Jahrwochen bekannt was 490 Jahre entspricht ( nähere Ausführungen folgen) Mann kann also vom Jahr 455 einfach 483 Jahre dazu rechnen.  Berechnung 455 vor Christus( v.u.Z) plus 483 ergibt das Jahr 28/29 den in der Chronologie muss immer berücksichtigt werden das es kein Jahr Null gibt. Das Jahr 29 entspricht dem Jahr als Jesus als Messias in Erscheinung trat sich taufen und den Dienst an trat.

 

Nur allein diese Aussagen der Bibel zeigen auf das Chronologie Zeitrechnung und Geschichtliche Reihenfolge bei der Juden wichtig war wie auch die Bücher der Chronik zeigen. Nach den Juden haben auch einige Christen in der Neu Zeit versucht das Ende der Welt zu errechnen (Adventisten, Baptisten, Bibelforscher, Zeugen Jehovas). Das Ende der Welt kann nicht errechnet werden; "den der Tag und die Stunde kennt nur Gott der Vater" (Apostelgeschichte 1:7,Matthäus 24:36) Dennoch kann ein Ereignis errechnet werden nämlich wann Christus König wurde. Weil die Bibel liefert hier präzise Ausgangspunkt und die Anzahl Jahr Wochen bis Jesus Königswürde erhielt.(siehe unter 1914)

 

Es gibt bei der Chronologie sehr vieles zu berücksichtigen u.a. das es unterschidliche Chronologien und Ären der Menschheit gibt.

Jehova ist „der Alte an Tagen“ und der Gott der Ewigkeit (Da 7:9; Ps 90:2; 93:2). Wie genau er die Zeit mißt, bezeugt nicht nur die hervorragende Präzision, die in den Bewegungen der Gestirne zu beobachten ist, sondern auch sein Bericht über seine Taten. Damit sich seine Verheißungen oder Prophezeiungen erfüllten, ließ er Ereignisse exakt zu dem vorhergesagten Zeitpunkt eintreten, ganz gleich, ob die dazwischenliegende Zeitspanne einen Tag (2Mo 9:5, 6), ein Jahr (1Mo 17:21; 18:14; 21:1, 2; 2Kö 4:16, 17), Jahrzehnte (4Mo 14:34; 2Ch 36:20-23; Da 9:2), Jahrhunderte (1Mo 12:4, 7; 15:13-16; 2Mo 12:40, 41; Gal 3:17) oder Jahrtausende.

 

Mit Sicherheit wird er seine Vorsätze hinsichtlich der Zukunft ebenfalls zur vorherbestimmten Zeit — und zwar auf Tag und Stunde genau — ausführen (Hab 2:3; Mat 24:36).

Gott beabsichtigte, daß der Mensch, der im Bilde und Gleichnis seines Schöpfers erschaffen war (1Mo 1:26), den Zeitablauf maß. In den Anfangsworten der Bibel heißt es, daß die „Lichter in der Ausdehnung der Himmel“ dazu dienen sollten, „eine Scheidung zwischen dem Tag und der Nacht herbeizuführen; und . . . als Zeichen und zur Bestimmung von Zeitabschnitten und Tagen und Jahren“ (1Mo 1:14, 15; Ps 104:19). Seit den Tagen Adams messen die Menschen Zeitperioden und führen darüber Aufzeichnungen (1Mo 5:1, 3-5).

 

Ären. Eine genaue Chronologie erfordert irgendeinen Bezugspunkt im Strome der Zeit, von dem aus in Zeiteinheiten (wie Stunden, Tage, Monate oder Jahre) entweder vorwärts oder rückwärts gezählt wird. Der Ausgangspunkt könnte einfach der Sonnenaufgang (um die Stunden eines Tages zu messen), ein Neumond (um die Tage eines Monats zu messen) oder der Frühlingsanfang (um den Zeitraum eines Jahres zu messen) sein. Um größere Zeitabschnitte zu erfassen, hat man besondere „Ären“ eingeführt und irgendein hervorragendes Ereignis als Ausgangspunkt zugrunde gelegt, von dem aus die Jahre gezählt werden. Wenn also ein Angehöriger einer Nation der Christenheit sagt: „Heute ist der 1. Oktober 1989 u. Z. [unserer Zeitrechnung]“, meint er den 1. Tag im 10. Monat des 1989. Jahres, von dem Zeitpunkt an gerechnet, den einige für die Geburt Jesu ansetzten.

In der profanen oder weltlichen Geschichte wurde die Zeitrechnungsform der Ära ziemlich spät eingeführt. Die Ära der Griechen, die vermutlich das früheste Beispiel einer profanen Verwendung einer chronologischen Berechnung darstellt, kam anscheinend erst im 4. Jahrhundert v. u. Z. (vor unserer Zeitrechnung) in Gebrauch. Die Griechen maßen die Zeit nach Olympiaden, in Zeiträumen von vier Jahren. Das Jahr 776 v. u. Z. galt als das Jahr der ersten Olympiade. Außerdem kennzeichneten die Griechen besondere Jahre oft dadurch, daß sie sich auf die Amtsdauer bestimmter Beamter bezogen. Die Römer führten im Laufe der Zeit eine Ära ein, indem sie die Jahre von dem traditionellen Datum der Gründung der Stadt Rom (753 v. u. Z.) an zählten. Sie bezeichneten besondere Jahre auch durch die Nennung der beiden amtierenden Konsuln jenes Jahres. Man schrieb bereits das 6. Jahrhundert u. Z., als der Mönch Dionysius Exiguus die heute allgemein bekannte Zählweise „nach Christi Geburt“ ausklügelte; genauer ist die Ausdrucksweise „unserer [oder vor unserer] Zeitrechnung“. In muslimischen (islamischen) Ländern werden die Jahre von der Hedschra (der Flucht Mohammeds aus Mekka im Jahre 622 u. Z.) an gezählt. Es gibt indes nicht den geringsten Hinweis darauf, daß sich die Ägypter, Assyrer oder Babylonier im Altertum über längere Zeit hinweg kontinuierlich einer Ära als Zeitrechnungsform bedient hätten.

Der Bibelbericht erwähnt nicht ausdrücklich eine einzige Ära, deren Anfangspunkt zur Datierung aller folgenden Ereignisse diente. Dies an sich bedeutet aber nicht, daß keine Zeittafel existiert hätte, die vergangene Ereignisse an bestimmter und richtiger Stelle in den Strom der Zeit einordnete. Die Tatsache, daß die Bibelschreiber, wenn sie über besondere Begebenheiten berichteten, genaue Zeitangaben machen konnten, die sich zum Teil auf Zeiträume von mehreren hundert Jahren bezogen, beweist, daß es weder den Israeliten noch ihren Vorfahren an Interesse auf dem Gebiet der Chronologie mangelte. Deshalb konnte Moses schreiben: „Es geschah am Ende der vierhundertdreißig Jahre [hier von dem Zeitpunkt an gerechnet, als Abraham auf dem Weg in das Land Kanaan den Euphrat überquerte und Gott offensichtlich den Bund mit Abraham in Kraft setzte], ja es geschah an ebendiesem Tag, daß alle Heere Jehovas aus dem Land Ägypten auszogen“ (2Mo 12:41; vgl. Gal 3:16, 17). Ferner finden wir in 1. Könige 6:1 die Worte aufgezeichnet, daß „im vierhundertachtzigsten Jahr nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Land Ägypten“ König Salomo mit dem Bau des Tempels in Jerusalem begonnen habe. Dennoch verwandte man später im allgemeinen weder den Zeitpunkt, als der abrahamische Bund in Kraft trat, noch den Auszug aus Ägypten als den Anfang einer Ära, von dem aus andere Ereignisse hätten datiert werden können.

Man sollte daher nicht erwarten, daß die chronologischen Angaben in der Bibel genau den heutigen Systemen entsprechen, die eine mathematische Datierung aller Ereignisse im Verhältnis zu einem einzigen Fixpunkt in der Vergangenheit — der Beginn unserer Zeitrechnung ist ein solcher Fixpunkt — ermöglichen. Eher wurden die Ereignisse auf ungefähr die gleiche Weise im Strome der Zeit untergebracht, wie es heutzutage im Alltag ganz selbstverständlich geschieht. Genauso wie heute jemand ein Ereignis zeitlich festlegen mag, indem er sagt, es habe „im Jahr nach der Dürre“ oder „fünf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg“ stattgefunden, setzten die Bibelschreiber die Begebenheiten, die sie aufzeichneten, in Beziehung zu damals allgemein anerkannten zeitlichen Markierungspunkten.

Für einige chronologische Probleme läßt sich keine endgültige Lösung finden, da ich nicht immer den Ausgangs- oder Markierungspunkt genau kenne, den der Bibelschreiber zugrunde legte. Auch mochte ein Schreiber, wenn er einen gewissen historischen Zeitabschnitt behandelte, mehr als einen solchen Ausgangspunkt für die Datierung von Ereignissen verwandt haben. Dieser Wechsel im Gebrauch der Ausgangspunkte deutet keineswegs auf Vagheit oder gar auf Verworrenheit beim Schreiber hin. Es wäre verkehrt, seine Methoden einfach aufgrund unserer eigenen, von heutigen Techniken ausgehenden Vorstellung von dem richtigen System der Ereignisdatierung zu beurteilen. Und selbst wenn in einigen Fällen, in denen größere Probleme auftreten, Irrtümer der Abschreiber nicht auszuschließen sind, wäre es doch unvernünftig, solche Fehler auch dort zu vermuten, wo sich keine Anhaltspunkte dafür in Form von abweichenden Lesarten in alten Bibelhandschriften bieten. Wie die heute bekannten Tatsachen überzeugend beweisen, wurden die Abschriften der Bibelbücher mit einer ungewöhnlichen Genauigkeit und Sorgfalt angefertigt, so daß die innere Unversehrtheit dieser Bücher erhalten geblieben ist.

 

Biblische Chronologie und weltliche Geschichte.

 

Oftmals wird die Ansicht vertreten, man müsse den Bibelbericht mit der Chronologie, die in weltlichen Aufzeichnungen aus dem Altertum zu finden ist, „in Einklang bringen“, ihn darauf „abstimmen“. Da Wahrheit Übereinstimmung mit den Tatsachen oder mit der Wirklichkeit bedeutet, wäre eine solche Harmonisierung tatsächlich erforderlich — wenn der Beweis erbracht werden könnte, daß die weltlichen Aufzeichnungen aus dem Altertum unbezweifelbar genau und durchweg zuverlässig sind und somit als Prüfstein für Genauigkeit gelten können. Nicht selten stellen Kritiker die biblische Chronologie so hin, als wäre sie der Zeitrechnung der heidnischen Völker unterlegen. Deshalb lohnt es sich, die Aufzeichnungen derjenigen Nationen und Völker zu untersuchen, deren Tun und Treiben eng mit den in der Bibel erwähnten Personen und Ereignissen verknüpft war.

Die Bibel ist ein geschichtliches Buch, das unter den Schriftdokumenten des Altertums herausragt. Die Geschichte der Ägypter, Assyrer, Babylonier, Meder, Perser und anderer alter Völker zeigt sich uns überwiegend fragmentarisch. Die Anfänge dieser Völker liegen entweder im dunkeln oder werden von ihnen selbst ganz offensichtlich mythisch dargestellt. Ein als „Sumerische Königsliste“ bekanntes Dokument beginnt zum Beispiel mit folgenden Worten: „Als das Königtum vom Himmel herabkam, war das Königtum in Eridu. In Eridu wurde Alulim König und regierte 28 800 Jahre. Alalgar regierte 36 000 Jahre. 2 Könige regierten (somit) 64 800 Jahre. . . . In Badtibira regierte Enmenluanna 43 200 Jahre. Enmengalanna regierte 28 800 Jahre. Der göttliche Dumuzi, ein Schafhirt, regierte 36 000 Jahre. 3 Könige regierten (somit) 108 000 Jahre“ (Religionsgeschichtliches Textbuch zum Alten Testament, herausgegeben von W. Beyerlin, Göttingen 1975, S. 114).

 

Den heutigen Stand der Kenntnisse aus der profanen Literatur jener Völker hat man erreichen können, indem man die spärlichen Informationen, die man auf Monumenten und Tafeln sowie in den späteren Werken der griechischen und römischen Geschichtsschreiber der „klassischen“ Zeit fand, mühsam zusammenfügte. Die Archäologen haben zwar Zehntausende von Tontafeln mit assyrisch-babylonischer Keilschrift und Unmengen von Papyrusrollen aus Ägypten ans Tageslicht gebracht, doch die überwiegende Mehrheit dieser Aufzeichnungen sind religiöse Texte und Geschäftsdokumente wie Kaufverträge und andere Kontrakte und Urkunden. Die erheblich kleinere Zahl der geschichtlichen Aufzeichnungen, die auf Tafeln, Tonzylindern, Stelen und Denkmälern erhalten geblieben sind, bestehen hauptsächlich aus Inschriften, in denen die Herrscher jener Völker verherrlicht und ihre Feldzüge in den glänzendsten Farben geschildert werden.

 

Im Gegensatz dazu bietet die Bibel eine außergewöhnlich gut zusammenhängende und detaillierte Darstellung einer 4 000jährigen Geschichte — außergewöhnlich nicht nur deshalb, weil die Ereignisse von den Anfängen der Menschheit bis zur Amtszeit des Statthalters Nehemia im 5. Jahrhundert v. u. Z. mit einer bemerkenswerten Kontinuität festgehalten sind, sondern weil auch die Zeitperiode zwischen Nehemia und den Tagen Jesu und seiner Apostel im wesentlichen erfaßt ist, das letztere durch die Prophezeiung (im voraus geschriebene Geschichte) Daniels, zu finden in Daniel, Kapitel 11. Die Bibel erzählt anschaulich und lebenswahr die Geschichte der Nation Israel von ihrer Gründung an und beschreibt in aller Offenheit ihre Stärken und ihre Schwächen, ihre Erfolge und ihre Fehlschläge, ihre wahre Anbetung und ihre falsche Anbetung, ihre Segnungen und ihre Bestrafungen und ihr Unglück. Zwar garantiert diese Ehrlichkeit allein noch keine genaue Chronologie, sie bietet uns aber eine vernünftige Grundlage für das Vertrauen in die Rechtschaffenheit der Bibelschreiber und in ihr aufrichtiges Interesse an wahrheitsgemäßen Berichten.

Den Chronisten der Bibel, wie zum Beispiel den Schreibern der Bücher der Könige und der Chronika, standen offenbar detaillierte Aufzeichnungen zur Verfügung. Dies kann man daran erkennen, daß sie in der Lage waren, ungewöhnlich lange Genealogien oder Geschlechtsregister zusammenzustellen, die insgesamt viele Hunderte von Namen enthalten. Man denke ferner an die zusammenhängende, sachliche Darstellung der Regierungszeit jedes Königs von Juda und Israel und der Beziehungen dieser Könige zu anderen Ländern und zueinander. Die heutigen Historiker können sich noch immer nur unbestimmt äußern, was die richtige Einordnung gewisser assyrischer und babylonischer Könige betrifft, von denen einige sogar späteren Dynastien angehören. Eine solche Ungewißheit besteht aber nicht hinsichtlich der Reihenfolge der Könige von Juda und Israel.

Die Bibel enthält Verweise auf das „Buch der Kriege Jehovas“ (4Mo 21:14, 15), das „Buch der Angelegenheiten der Tage der Könige von Israel“ (1Kö 14:19; 2Kö 15:31), das „Buch der Angelegenheiten der Tage der Könige von Juda“ (1Kö 15:23; 2Kö 24:5), das „Buch der Angelegenheiten Salomos“ (1Kö 11:41). Außerdem findet man zahlreiche Hinweise auf entsprechende Annalen oder offizielle Schriftstücke, die von Esra und Nehemia angeführt werden. Dies zeigt, daß sich das, was niedergeschrieben wurde, nicht einfach auf Erinnerung oder auf die mündliche Überlieferung stützte, sondern sorgfältig erforscht und durch Dokumente belegt war. Die biblischen Geschichtsschreiber zitierten aber auch amtliche Quellen anderer Völker, und Teile der Bibel wurden sogar außerhalb Israels geschrieben, zum Beispiel in Ägypten, Babylon und Persien.

 

Ägyptische Chronologie.

 

Die ägyptische Geschichte ist verschiedentlich mit der Geschichte Israels eng verknüpft. Im vorliegenden Werk ist das Jahr 1728 v. u. Z. als das Datum des Einzugs Israels in Ägypten angegeben und das Jahr 1513 v. u. Z. (215 Jahre später) als das Datum des Auszugs aus Ägypten. Pharao Schischak griff Jerusalem im fünften Jahr der Regierung Rehabeams an, im Jahre 993 v. u. Z.; König So von Ägypten regierte zur gleichen Zeit wie Hoschea (ca. 758 bis 740 v. u. Z.); Pharao Nechos Schlacht, in der Josia fiel, fand wahrscheinlich 629 v. u. Z. statt (1Kö 14:25; 2Kö 17:4; 2Ch 35:20-24). Die obigen Daten weichen von denen, die heutige Historiker im allgemeinen angeben, ab, und zwar für den Auszug aus Ägypten um ein volles Jahrhundert oder noch mehr, und nähern sich schließlich für die Zeit Pharao Nechos bis auf etwa 20 Jahre an. Die folgenden Ausführungen zeigen, weshalb ich auf der biblischen Zeitrechnung beruhende Chronologie vorziehe.

 

.Probleme der ägyptischen Chronologie.

 

Es gibt zahlreiche Unsicherheiten. Die Werke Manethos, die man verwendet hat, um bruchstückhafte Listen und andere Inschriften zu ordnen, sind nur in den Aufzeichnungen von späteren Geschichtsschreibern erhalten geblieben, wie z. B. von Josephus (1. Jahrhundert u. Z.), Sextus Julius Africanus (3. Jahrhundert u. Z., somit über 500 Jahre nach Manetho), Eusebius (4. Jahrhundert u. Z.) und Synkellos (spätes 8. oder frühes 9. Jahrhundert u. Z.). W. G. Waddell schreibt, daß ihre Zitate aus den Schriften Manethos unvollständig und häufig entstellt sind, weshalb „es äußerst schwierig ist, mit Sicherheit zu sagen, was davon wirklich von Manetho stammt und was unecht oder verfälscht ist“. Nachdem er darauf hingewiesen hat, daß das von Manetho stammende Quellenmaterial mit unhistorischen Traditionen und Legenden vermischt ist, in denen „Könige als Helden dargestellt werden, und zwar ohne Berücksichtigung einer chronologischen Reihenfolge“, sagt er: „Manethos Werk wies von Anfang an viele Fehler auf; sie sind nicht alle auf die Änderungen der Schriftgelehrten und Textprüfer zurückzuführen. Man hat festgestellt, daß die Länge mancher Regierungszeiten unmöglich richtig sein kann; in einigen Fällen hat es sich gezeigt, daß Manethos Angaben über die Namen und die Reihenfolge gewisser Könige mit Denkmalinschriften nicht übereinstimmten“ (Manetho, Einleitung, S. vii, xvii, xx, xxi, xxv).

 

Assyrische Chronologie. Von der Zeit Salmanassars III. an (zu Beginn des ersten Jahrtausends v. u. Z.) ist in assyrischen Inschriften von Kontakten zu den Israeliten die Rede, und mitunter werden gewisse Könige von Juda und von Israel namentlich erwähnt. Zu den assyrischen Inschriften gehören Prunkinschriften, wie man sie beispielsweise an den Wänden von Palästen gefunden hat, königliche Annalen, Königslisten, wie die aus Chorsabad, und Limmu-Listen oder Eponymenlisten.

Assyrische Prunkinschriften und Annalen. Albert Olmstead beschrieb in dem Werk Assyrian Historiography (1916, S. 5, 6) die assyrischen Prunkinschriften wie folgt: „Wir können . . . die Prunkinschrift verwenden, um Lücken in den Annalen [königliche Chroniken, in denen Ereignisse jahresweise aufgeführt werden] zu schließen, aber wenn sie von ihrem Original abweicht, ist sie nicht im geringsten ausschlaggebend.“ Er zeigte, daß der Hauptzweck dieser Prunkinschriften nicht darin bestand, eine ununterbrochene Geschichte der Herrschaft darzustellen, und fügte dann hinzu: „Ebenso bedenklich ist die Tatsache, daß sie selten in chronologischer Reihenfolge stehen. . . . Daß sie mit Vorsicht zu verwenden sind, ist einleuchtend.“

Über die Annalen sagte er: „Hier haben wir es mit einer regelrechten Chronologie zu tun, und wenn manchmal beabsichtigte oder andersartige Fehler zu finden sind, ist zumindest die relative Chronologie im allgemeinen richtig. . . . Aber es wäre grundverkehrt, anzunehmen, die Annalen seien immer zuverlässig. Früher haben die Geschichtsforscher ihre Angaben allzu häufig angenommen, sofern sie keinen eindeutigen Beweis für eine Ungenauigkeit hatten. In den letzten paar Jahren ist eine Menge neues Material entdeckt worden, das wir für die kritische Beurteilung der Urkunden Sargons verwenden können. . . . Wenn wir außerdem die Hinweise in fremden, zum Beispiel in hebräischen und babylonischen Quellen betrachten, sind wir kaum auf ein Studium der Annalen selbst angewiesen, um uns davon zu überzeugen, daß sie längst nicht zuverlässig sind.“

Man beachte auch das Zeugnis von Professor D. D. Luckenbill: „Man stellt bald fest, daß sich die königlichen Schreiber nicht von der Absicht leiten ließen, Ereignisse genau darzustellen, so wie sie sich während der Regierungszeit des Königs Jahr für Jahr zutrugen. Manchmal scheinen die verschiedenen Feldzüge ohne ersichtlichen Grund verschoben worden zu sein, aber noch öfter wird deutlich, daß es die königliche Eitelkeit verlangte, die geschichtliche Genauigkeit zu opfern“ (Ancient Records of Assyria and Babylonia, Bd. I, 1926, S. 7).

Im Verlauf der Regierungszeit eines Königs wurden die königlichen Annalen oft überarbeitet. In späteren Ausgaben wurden zwar neue Ereignisse dargestellt, aber auch allem Anschein nach Tatsachen und Zahlen aus vorangegangenen Jahren gefälscht, um sie dem Geschmack des Königs anzupassen. Professor Olmstead weist zum Beispiel darauf hin, daß Assurbanipal „gelassen Stück um Stück der letzten beiden Ägyptenfeldzüge seines Vaters übernimmt, bis es in der endgültigen Ausgabe nichts mehr gibt, was er nicht sich selbst zugeschrieben hätte“ (Assyrian Historiography, S. 7).

Beispiele für solch offensichtliche Unzuverlässigkeit, absichtliche oder unabsichtliche, könnte man endlos fortsetzen. Die Verfasser von Tributlisten scheuten sich nicht, einen Tribut zahlenden Vasallenkönig aufzuführen, obwohl aus anderen Berichten hervorging, daß dieser bereits tot war. Nachdem George Smith einen Fall erwähnt hat, bei dem Esar-Haddon und 13 Jahre später seinem Sohn Assurbanipal ein und dieselbe Tributliste zugeschrieben wird, sagt er, daß diese spätere Liste „höchstwahrscheinlich eine wörtliche Abschrift des früheren Dokuments ist, ohne daß jemand versucht hätte, sich zu vergewissern, ob diese Könige noch regierten und tatsächlich noch Tribut zahlten“ (The Assyrian Eponym Canon, London 1875, S. 179).

 

Die biblische Zeitrechnung.

 

Die weltlichen Berichte des Altertums sind offensichtlich alle mit entsprechender Vorsicht zu genießen. Sie sind für ihre zahlreichen Ungenauigkeiten bekannt, und es ist sehr unwahrscheinlich, daß ihre Chronologien keine enthalten. Im Gegensatz dazu hat sich die Bibel auf allen darin behandelten Gebieten als wahr erwiesen, und sie bietet das bei weitem genauste Bild der Zeit des Altertums, über die sie berichtet. Ihre Chronologie ist ebenfalls zuverlässig.

Wer biblische Zeitperioden in Übereinstimmung mit heutigen Datierungsmethoden messen will, sollte bedenken, daß zwischen Kardinal- oder Grundzahlen und Ordinal- oder Ordnungszahlen ein Unterschied besteht. Kardinalzahlen wie 1, 2, 3, 10 oder 100 zählen voll. Aber bei Ordinalzahlen, wie zum Beispiel 3., 5. oder 22., muß man eins abziehen, um auf die volle Zahl zu kommen. Wenn also von dem „achtzehnten Jahr Nebukadrezars“ gesprochen wird, ist mit dem Ausdruck „achtzehnten“ die Ordnungszahl gemeint, die 17 volle Jahre zuzüglich einiger Tage, Wochen oder Monate bedeutet (je nachdem, wieviel Zeit seit dem Ende des 17. Jahres verstrichen war) (Jer 52:29).

Wer die Jahre zwischen einem Datum, das in die Zeit „v. u. Z.“ fällt, und einem Datum, das zu „u. Z.“ gehört, zählen will, sollte folgendes im Sinn behalten: Zwischen einem Tag des Jahres 1 v. u. Z. und dem gleichen Tag des Jahres 1 u. Z. liegt nur ein einziges Jahr, nicht zwei Jahre. Das kann man aus nachstehendem Diagramm ersehen:

v. u. Z. u. Z.

2 1 1 2

1. Okt. 1. Okt.

Dies ist so, weil Jahreszahlen Ordnungszahlen sind. Vom 1. Oktober des Jahres 2 v. u. Z. (dem ungefähren Zeitpunkt der Geburt Jesu) bis zum 1. Oktober 29 u. Z. (dem ungefähren Zeitpunkt der Taufe Jesu) vergingen somit insgesamt 30 Jahre, nämlich ein volles Jahr und 3 Monate v. u. Z. plus 28 volle Jahre und neun Monate u. Z. (Luk 3:21-23).

 

Von der Erschaffung des Menschen bis zur Gegenwart.

 

Die heutigen Geschichtswissenschaftler sind außerstande, irgendein sicheres Datum für den Beginn der „geschichtlichen“ Zeit anzugeben. Ganz gleich, ob sie sich der Geschichte Assyriens, Babylons oder Ägyptens zuwenden, die Chronologie wird in zunehmendem Maße ungewiß und unsicher, je mehr sie in das 2. Jahrtausend v. u. Z. vorstoßen, und für das 3. Jahrtausend v. u. Z. stehen ihnen dann nur noch wirre Angaben zur Verfügung, oder sie tappen völlig im dunkeln. Dagegen bietet die Bibel eine zusammenhängende Geschichte, die eine methodische Zeitberechnung bis zum Beginn der Menschheitsgeschichte zurück ermöglicht — eine Berechnung, die noch durch biblische Hinweise auf gewisse größere Zeitperioden erleichtert wird. (Man denke zum Beispiel an die Zeitspanne zwischen dem Auszug aus Ägypten und dem Beginn des Tempelbaus unter Salomo, die 479 volle Jahre umfaßte [1Kö 6:1].)

Um diese Berechnung gemäß unserem heutigen Kalender vornehmen zu können, müssen wir von einem Fixpunkt, einem Schlüsseldatum, ausgehen. Darunter verstehe ich ein Geschichtsdatum, das weithin als gesichert gilt und einem hervorragenden Ereignis entspricht, das in der Bibel aufgezeichnet ist. Von diesem Zeitpunkt ausgehend, kann dann entweder rückwärts oder vorwärts rechnen und für viele der in der Bibel erwähnten Ereignisse ein Kalenderdatum angeben.

Ein solches Datum, das sowohl mit der biblischen als auch mit der weltlichen Geschichte übereinstimmt, ist das Jahr 29 u. Z. Die ersten Monate dieses Jahres gehörten zum 15. Jahr des Tiberius Cäsar, der am 15. September 14 u. Z. (Gregorianischer Kalender) vom römischen Senat zum Kaiser ausgerufen wurde. Im gleichen Jahr, 29 u. Z., fing Johannes der Täufer zu predigen an und taufte — noch im selben Jahr — vielleicht ungefähr sechs Monate später Jesus (Luk 3:1-3, 21, 23; 1:36).